In einem Satz
Das skurrile Oktett "covert" sehr eigenwillig Lieblingsstücke aus Jazz,
Pop, Klassik und Film - natürlich mit ebenso eigenwilligen neuen deutschen Texten illustrer Gastautoren -
live teils auch noch durch visuelle Einspielungen unterstützt.
Das Projekt
Das Tim Isfort Orchester hat sich sozusagen gesund geschrumpft.
Mit deutlich weniger Personal, dafür aber dem gleichen hohen Anspruch
an die Musik und an das Programm, gibt es mit "Tim Isfort Super8"
ein neues wahnwitziges Projekt. Der Titel "Super8" ist gleich in
zweierlei Hinsicht aufschlussreich: Zum einen bezieht er sich auf die Oktett-Besetzung
der Gruppe, zum anderen gibt er einen Hinweis auf den cineastischen Teil des Programms.
Viele Stücke werden live zu collagierten Filmen und Standbildern gespielt,
die ebenfalls auf eigenwillige Weise künstlerisch Überformt sind.
Musikalisch zitiert werden hier unter anderem Leinwand-Klassiker wie z.B. "Frenzie",
"Die Dinge des Lebens" oder "2001 - Odyssee im Weltraum".
Neben Lieblingsfilmausschnitten bekommen wir in der Hauptsache aber Lieblings-Musik
zu hören. Tim Isfort hat ein "persönliches Best-of-Programm" zusammengestellt,
dessen roter Faden quer durch die unterschiedlichsten Genres und quer durch
die Musikgeschichte läuft. Werke von Burt Bacharach/Elvis Costello, David Bowie/Pat Metheny,
Gabriel Fauré, den Flaming lips, A.C. Jobim, Claus Ogerman, Philippe Sarde, Tom Waits
oder The Who scheinen sich auf der Bühne selbst über ihre überraschende Koexistenz zu wundern.
Allesamt sind sie in Instrumentierung und Arrangement kräftig gegen den Strich gebürstet worden
und geben so völlig neue Qualitäten preis - vom kammermusikalisch smart orchestrierten
Jazz-Schlager mit Ausflügen zum Bebop oder von im Charme der 60er-Jahre gehaltenen
easy-listening bis hin zu progressiver Popmusik. Zudem ist alles neu vertextet worden,
rein deutschsprachig, natürlich. So gibt es auch bei der Textdichtung Originelles und
Originäres zu entdecken. Für die entsprechende Qualität stehen Gasttexter wie Tom Liwa,
Eva Kurowski, Christian Brückner und Antek Krönung.
Den Kern von "Super8" bilden neben Tim Isfort zwei weitere charismatische
Musiker: Till-o-mat Steinebach (versierter Vinyl-DJ, Ex-Drummer von Tom Liwa, Bates Motel)
sowie Thomas Block (vielsaitiger Begleiter, u.a. bei Carnival of souls, Confusion sucks, Skunk).
Gemeinsam werden die Songs seziert und umarrangiert, zudem singen die drei "Nichtsänger"
alle Stücke und bedienen auch noch ein recht sonderbares Instrumentarium: Harmonium, Steel-guitar,
Baritongitarre, Kontrabass, E-Piano, Schlagzeug, Gitarre, Drumcomputer.
Wer also in unseren Zeiten totalitärer Beliebigkeit immer noch glauben möchte,
dass es so etwas wie inspirierte Originalität gibt, sollte es mit Tim Isfort Super8 versuchen.
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